Mo 23 Jun 2008
Wurzelbehandlung
Geschrieben von Yoog unter Botanistik
[3] Kommentare
Da taumeln die Schnoogs neulich mal wieder so durch den botanischen Gemüsefachhandel, um die neusten Trends in der Schrebergartenszene herauszufinden, als ihnen unverhofft ein paar halbwüchsige Bambussprossen in den Weg springen.
“Oh schick – die könnte man ja…”, “guck mal… wie gross…”, ” das hat so was exoterisches…”
Der Verkäufer war vom Fach, erkannte er doch den verklärten Blick bei den Schnoogs und den damit einhergehenden Willen zum spontanen, bedingungslosen Grünzeugkaufrausch. Und so drängelten sich eine knappe Stunde später in der Passagierkabine vom Rumpelbrumm vier Obststräucher, zwei Bambusstauden und eine Rhizomsperre. Der nette Herr meinte, es wäre besser – wegen der Wurzeln vom Bambus.
Das haben wir nicht besser gewusst
Diese Rhizomsperre, die sich zunächst als harmloses Plastikgedöns gab, entpuppt sich kurz darauf nämlich als schweisstreibende Wochenendbeschäftigung mit Fitnesscharakter.

Nach den ersten zwei Wasserflaschen hatte das Yoog schon durchschnittliche Bergbautiefe erreicht – die Rhizomsperre meinte aber trotzdem noch ein bischen über den Rand gucken zu müssen…

Was hier vom Schnaak bildlich festgehalten wurde hat keineswegs mit Spass an der Arbeit zu tun, es ist der ins Gesicht gemeisselte Endwahnsinn eines Rhizomsperrengeschädigten…

Gefühlte 200 Jahre später – sieht es so aus, als ob das Yoog die Wurzelbremse so langsam begraben hat.

Und spätestens an diesem Punkt beginnt der geneigte Bambuserziehungsberechtigte dann endgültig zu zweifeln. Wo ist denn die sauriergroße Rhizomsperre hin? Da sieht man ja gar nicht mehr, dass man damit zwei volle Tage beschäftigt war…
2. Juli 2008 um 15:52
oh Mann, Herr Yoog, das können se doch mit mir nich’ machen, dass ich hier im VIP-Kundenbereich einen Lachkrampf nach dem anderen bekomme und derart heulen muss… Die halten mich ja alle für komplett wahnsinnig!!
2. Juli 2008 um 16:08
unsere damalige Biologielehrerin hat uns erzählt, dass das Gesicht sich nach einem Wundstarrkrampf, den man z.B. durch Buddeln in der Erde bekommen kann, wie zu einer wahnwitzischen Fratze verzerrt – man nennt das auch “die Fratze des Todes”…
2. Juli 2008 um 22:36
Jaja… die Fratze des Todes hat mich erst am Wochenende angegrinst, als ich von des Nachbars Surfbrett geglitscht bin und beim Unterwassertouchdown mit dem Fuss das einzige Objekt im Umkreis von 100m erwischt habe, was in der Lage ist, menschliche Gliedmaßen effizient und nachhaltig zu zerschnetzeln.
Das volle Programm mit DLRG (“Oh, da mag ich ja gar nicht hinsehen…”), Notambulanz (“hö, das Endspiel ist doch erst in 3 Stunden”) und eben einer 70l-Tetanusspritze in den Allerwertesten.
Hab in dem ganzen Tohuwabohu ganz vergessen, ein Bild von meinem abben Fuß zu machen – sonst hätte ich hier auch ein paar sensationelle Schlagzeilen gehabt… “junges, attraktives und sehr begabtes Nachwuchsmultitalent wird beim 30-Meter-Sprung ins -20°C kalte Wasser voller Haifische durch einen gefährlichen Strudel abgetrieben und von einem spitzkantigen Kieselstein verletzt..”
Der Lippesee ist ganz schön gefährlich sag ich Ihnen.