Botanistik


Die diesjährige Chili Ernte kann man getrost als Agrardesaster bezeichnen. Die ganze Plantage hat gerade mal 2 Schälchen Ertrag gebracht. Ich schieb das mal auf diesen Aushilfssommer dieses Jahr…

Ab morgen werden die Schnoogs dann im Rahmen der großen Jahresexpedition etwas südlichere Gefilde aufsuchen, in denen die Chiliernte hoffentlich etwas erbaulicher ausgefallen ist.

“Oh, im Gut Ringelsbruch gibt’s ne kostenlose Führung” – frohlockte das Schnaak und sogleich haben die Schnoogs erstmal den neuen Fotoapparat Gassi geführt. Nun isses ja nicht so, dass sich das Yoog plötzlich für Jahrhunderte alte, vermoderte oder sonstwie verkommene Bruchbuden interessiert – und das Herrschaftshaus vom Gut Ringelsbruch muss man zweifellos zu den Referenzbruchbuden zählen – aber so ein Haus hat ja immer zwei Seiten…

Und nun isses so, dass auf der anderen Seite der Bruchbude zwei gigantische Mammutbäume stehen, denen man sich nur bei solchen Kulturführungen nähern kann…

Der nicht so versierte Baumforscher könnte auch meinen er stünde vor einer Holzwand…

lässt man dann aber den Blick nach oben schweifen sieht man am Horizont die ersten Äste – es ist also zweifelsfrei ein recht hoher Baum. Niemand kennt das genaue Alter von den Dingern – es wird aber auf etwa 150 Jahre geschätzt.

und selbstverständlich hat das Yoog auch noch Beutestücke von der heutigen Baumexpedition mitgenommen… wir haben ja auch erst zwei Mammutbäume im Garten…

Letzte Woche hatte das Yoog einen esoterischen Anfall der mittleren Kategorie und war einen ganzen Nachmittag lang wild entschlossen, sein Leben künftig als weiser Schamane zu zelebrieren. Nun braucht so ein weiser Schamane natürlich allerlei Schnickschnack, damit ihn die verblendete westliche Welt auch für plemmplemm genug hält, überhaupt ein weiser Schamane zu sein. Nachdem mir nun schon kein gescheiter Schamanen-Pseudonym eingefallen ist, habe ich mich erstmal für die Spezialisierungsrichtung “Kräuterguru” entschieden und nach harten Minuten des Studiums erstmal beim Kräuterversand ein paar lebensverlängernde Demonstratoren bestellt…

Kräuterlieferung

Kräuterlieferung

im einzelnen handelt es sich um:

  • römischen Bertram (vergessen, wozu der gut ist 8/  )
  • Bonsai Chili (kann man ins Essen kleckern)
  • Strauch Geißblatt (eine… öhm… Pflanze…)
  • chinesischer Gemüsebaum (möglicherweise spart man sich damit den Rosenkohl)
  • Jiaogulan (das Schweizer Taschenmesser unter den Lebenselixieren)

Nun muss das Yoog nur noch gucken, wo man das ganze Zeug in der neuschnoogschen Versuchsanstalt hinstecken kann, ohne das es gleich wieder plattgelatscht wird…

In der botanischen Versuchsanstalt Neuschnoogland standen ja eigentlich ganz andere Arbeiten an. Es sollten nämlich die frisch erworbenen Rasenkanten (inkl. Eckvariation) – allein das Material vermittelt den Eindruck jahrelanger Beschäftigung mit ebenjenem – um’s Haus drappiert werden, damit man hinterher so schönen bunten Kies da reinkleckern kann.

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Aber wie so oft kommt alles ganz anders…
“Du Yoog”, meinte das Schnaak, nachdem es vom Einkaufen zurückkam – “Die Nachbarn am Ende der Strasse brackern mit nem Bagger die ganzen Bambusdinger aus’m Garten”.

Das Yoog hat sich das dann auch gleich erstmal näher angeguckt – Bagger und so – und nach kurzen Gesprächen übern Gartenzaun wurde eine Teilevakuierung der wichtigsten Stengel beschlossen.

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Nach entspannten 4 Stunden Rumgehacke, Geschaufel, Gebiege, Gezergel und Meterhohestengelmitschubkarredurchdiegegendgefahre stehen die neuen Dschungelgewächse in Neuschnoogland. Weil die Dinger teilweise schon so hoch sind, dass sie problemlos aus der Dachrinne trinken könnten mussten wir noch ein paar Pflöcke aus’m Bastelladen besorgen – die Dinger torkeln sonst doch arg durchs Programm…

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Ein paar Gräser (die man im Winter leider wieder zurückschneidet) wurden bei der Gelegenheit auch noch gleich um die Bretterbude trappiert.

Tjo, fertig – meint der ambitionierte Gartenkünstler. Doch die aufmerksamen Kosmonauten werden sicher noch ein winziges Detail bemängeln. Es fehlt da nämlich noch die eine oder andere Rhizomsperre – da bleibt also für den Rest des Jahrhunderts noch einiges zu tun…

Da taumeln die Schnoogs neulich mal wieder so durch den botanischen Gemüsefachhandel, um die neusten Trends in der Schrebergartenszene herauszufinden, als ihnen unverhofft ein paar halbwüchsige Bambussprossen in den Weg springen.

“Oh schick – die könnte man ja…”, “guck mal… wie gross…”, ” das hat so was exoterisches…”

Der Verkäufer war vom Fach, erkannte er doch den verklärten Blick bei den Schnoogs und den damit einhergehenden Willen zum spontanen, bedingungslosen Grünzeugkaufrausch. Und so drängelten sich eine knappe Stunde später in der Passagierkabine vom Rumpelbrumm vier Obststräucher, zwei Bambusstauden und eine Rhizomsperre. Der nette Herr meinte, es wäre besser – wegen der Wurzeln vom Bambus.

Das haben wir nicht besser gewusst

Diese Rhizomsperre, die sich zunächst als harmloses Plastikgedöns gab, entpuppt sich kurz darauf nämlich als schweisstreibende Wochenendbeschäftigung mit Fitnesscharakter.

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Nach den ersten zwei Wasserflaschen hatte das Yoog schon durchschnittliche Bergbautiefe erreicht – die Rhizomsperre meinte aber trotzdem noch ein bischen über den Rand gucken zu müssen…

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Was hier vom Schnaak bildlich festgehalten wurde hat keineswegs mit Spass an der Arbeit zu tun, es ist der ins Gesicht gemeisselte Endwahnsinn eines Rhizomsperrengeschädigten…

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Gefühlte 200 Jahre später – sieht es so aus, als ob das Yoog die Wurzelbremse so langsam begraben hat.

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Und spätestens an diesem Punkt beginnt der geneigte Bambuserziehungsberechtigte dann endgültig zu zweifeln. Wo ist denn die sauriergroße Rhizomsperre hin? Da sieht man ja gar nicht mehr, dass man damit zwei volle Tage beschäftigt war…

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